Am 13.01.2014 änderte sich so viel!

Fleck ist unsere dritte Deutsche Dogge. Er ist ein sehr aufgeweckter Hund, fast ein wenig zu aktiv fĂĽr eine Dogge. Er begreift schnell was wir von ihm wollen, ist aber auch schnell abgelenkt. Ein richtiger Hans guck in die Luft. Ein liebevoller frecher Fleck.

Am 13.01. ca. 7:30 hörte ich Simone schreien. Fleck ist einfach umgefallen und war nicht mehr ansprechbar. Wir wussten nicht was los ist. Mein erster Gedanke - Magendrehung, aber der Magen war nicht aufgebläht. Eine Vergiftung ?? Fleck kam langsam zu sich und zeigte panische Angst. Die Aufgerissenen schwarzen Augen, das knurren ... ein Moment, den wir nicht vergessen werden. Ich versuchte ihn zu beruhigen. Ein großer Fehler!

 

Er hat mich in seiner Panik sehr stark in die Hand gebissen und wieder verkrampft. Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert bis ich den Biss gelöst bekommen habe. Die Verletzung musste im Krankenhaus unter Narkose behandelt werden und ich lag eine Woche auf Station. Ich hatte noch viel Glück, es war nur eine Fleischwunde.

Wir haben erst mal alle TĂĽren verschlossen und Fleck in Ruhe gelassen. Das Wohnzimmer sah aus, Kot und Urin vom Fleck, von mir ĂĽberall Blut.

Als Fleck langsam wieder zu sich kam (von dem Biss hat er nichts mit bekommen) wich er mir aus und wir hielt einen großen Sicherheitsabstand. Es dauerte über eine halbe Stunde, vielleicht auch länger, bevor er wieder wusste wo er ist. Er bekam sicherheitshalber einen Maulkorb auf.

Simone und unsere Tochter haben grob etwas Ordnung hergestellt und sind mit Fleck zum Tierarzt. Der musste vor allem Simone beruhigen. Ihre Kraft war nach der Fahrt dorthin (einmal quer durch Dresden) zu Ende. Fleck ging es inzwischen wieder recht gut. Es war recht schnell klar, dass es sich um einen epileptischen Anfall handelte. Der TA vermutete nicht gleich einen neuen Anfall, erklärte ihr die weiteren Möglichkeiten und schickte sie wieder nach Hause. Die Entscheidungen wie es mit Fleck weiter geht mussten wir gemeinsam treffen, in der Tierklinik hätten sie auch verstanden wenn wir nicht wieder mitnehmen wollten. Das war zu keinem Zeitpunkt eine Option für uns!

Ich hatte im Krankenhaus eine Woche Zeit mich mit der neuen Situation zu Recht zu finden, Simone war mit den Hunden alleine zu Hause. Auch wenn wir jetzt wussten, dass Fleck nichts von dem Biss mitbekommen hat und wieso es zu der Situation kam – es war schwer wieder Vertrauen zu fassen.

Wir beschlossen alle nötigen Untersuchungen machen zu lassen um nach dem Ausschlussverfahren eine mögliche Ursache zu finden. Nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus wurden Zeitnah ein Termin vereinbart und Fleck für einen Tag in der Tierklinik abgegeben. Es wurde nichts gefunden, wir wusste nicht ob wir uns darüber freuen sollten oder nicht. Irgendeine Ursache die man mit einer „Gesundheitsspritze" wieder in Ordnung gebracht hätte ...

Auf Grund der Umstände und der Größe von Fleck rat uns der Arzt ihm sofort Tabletten (Pexion) zu geben. Es sollte sofort wirken und keine Nebenwirkungen haben. So jedenfalls die Theorie. Bereits die Anfangsdosis kostete uns monatlich 75€.

Alle bisherigen Bemühungen und die Hoffnung, dass es ein einmaliger Anfall war, wurden am 28.01 (15 Tage später) zerstört. Fleck hatte einen neuen Anfall.

Auch wenn dieser und auch die Folgenden wesentlich kĂĽrzer waren (etwa 1 Minute), wir gelernt haben ruhig damit umzugehen und er sich immer schneller davon Erholte – es kostet jedes Mal viel Kraft! Ăśberwiegend waren die Anfälle frĂĽh und immer zu Hause. nachdem er sich erholt hat und wir mit ihm raus gingen hatte er eine Energie und einen Bewegungsdrang, es war unheimlich. Bei seinem zweiten Anfall (der war abends 20:45 Uhr) benutzte er ein StĂĽck Wiese vor unserm Haus (nur etwa 4 x 10 m) um sich ab zu reagieren. Er rannte Runde um Runde und war eine Minute, zwei Minuten, eine gefĂĽhlte Ewigkeit nicht wirklich ansprechbar, es machte mir Angst und ich fĂĽhlte mich Hilflos. Daneben die StraĂźe, ein Satz hätte gereicht ... Wir sind bei den nächsten Anfällen wenn möglich auf eine groĂźe Wiese, wo er sich austoben konnte, gegangen.

Wir konnten nicht heraus bekommen wann oder warum ein nächster Anfall kommt. Bei den zweien die abends waren suchte er unsere nähe, guckte ins leere, war unruhig und hatte Stress, dass konnte man riechen. Das war aber nicht immer so.

Mit Absprache der Ärzte erhöhten wir die Dosis immer weiter. Eine wirkliche Wirkung konnten wir nicht feststellen. Wir waren am Ende bei 2 x 3 Tabletten je 100mg Pexion oder anders ausgedrückt bei 150€ im Monat!! Nachdem er am 25.03. einen Anfall früh 07:15 Uhr und einen zweiten abends 20:00 hatte, haben wir uns auf keine weitere Erhöhung eingelassen und die Tabletten abgesetzt. Wir beschlossen ohne Tabletten auf den nächsten Anfall zu warten. Vielleicht hatte das Pexion sogar eine negative Wirkung. Schlimmer konnte es ja nicht mehr werden.

Im Januar war Simone noch zu Haus, inzwischen müssen wir unsere Hunde ca. fünf Stunden alleine lassen. Für eine Dogge, die sowieso viel schläft ist das normal kein Problem. Wir trennen jetzt jedes Mal die Hunde vorm gehen, damit Fleck nicht nach einem Anfall Darko verletzen kann. Dabei würde ihm die Nähe zu Darko gut tun, er orientiert sich sehr an ihm. Darko ist glücklicher weise sehr ruhig und würde sich im Notfall eher verziehen. Aber Sicher ist Sicher!