Jeder Anfall war einer zu viel, es war jedes Mal schwer und kostete Kraft. FĂŒr unseren Fleck und auch fĂŒr uns. Wir haben langsam gelernt damit umzugehen, daran gewöhnen werden wir uns nie! Ich will hier nicht ausfĂŒhrlich berichten, nur einen kleinen Einblick geben.
Da die Behandlung mit Pexion nix brachte hatten wir es abgesetzt und beschlossen, ohne Tabletten auf den nÀchsten Anfall zu warten. Mit Absprache unseres Tierarztes sollte die weitere Behandlung mit Luminal erfolgen, dass hat er uns schon vorsorglich mitgegeben.
Die Behandlung mit Luminal (Phenobarbital)
Am 31.03.2014 war es wieder so weit. Um ihn auch in unserer Abwesenheit zu beobachten, haben wir eine Kamera installiert. Dadurch konnten wir beobachten, dass er den gesamten Tag sehr unruhig war, er suchte sehr wahrscheinlich unsere NĂ€he. Mittags legte er sich auf das Sofa. Unsere Hunde dĂŒrfen eigentlich dort nicht drauf, eigentlich! Fleck scheint sich dort einfach etwas geborgen zu fĂŒhlen. Als ich 15:30 Uhr nach Hause kam roch es streng nach Hund und er hechelte stark, er hatte Stress. Auf der Gassi - Runde rannte er viel. Wahnsinn was er fĂŒr Runden hin legte. 17:30 Uhr hatte er dann einen kurzen Anfall.
Ab diesen Tag bekam er Luminal. Wir haben mit 2 x 125mg tĂ€glich angefangen. Die Tabletten mĂŒssen sehr genau aller 12 Stunden gegeben werden. Unser Tagesablauf richtete sich ab nun daran aus. FrĂŒh 06:30 und Abends 18:30 klingelte das Handy als Erinnerung.
Die ersten Tage lief er wie unter Drogen, dass wurde nach einer Woche besser. Nach zwei Wochen nahmen wir ihn sogar mit auf einer Ausstellung, was er sehr entspannt hin nahm.
Nach 17 Tagen rannte Fleck wieder sehr viel, guckt manchmal ins leere und reagiert nicht immer. Nach 21 Tagen der nÀchste Anfall. Als er nach weiteren 10 Tagen wieder einen Anfall hatte, haben wir das Luminal auf 2 x 150mg erhöht. Damit konnten wir die Zeit zwischen den AnfÀllen erst mal auf 2 Monate erhöhen.
Alternative Homöopathie
Wir suchten nach jedem Strohhalm um Fleck zu helfen, und beschĂ€ftigten uns mit Behandlungsmöglichkeiten. So sind wir auch auf die zusĂ€tzliche Behandlung mit homöopathischen Mitteln gekommen. Die Hoffnung war, dass wir vielleicht die Tabletten komplett weg lassen können, schaden kann es auf jeden Fall nicht. Die Ărztin die wir Ende 2014 in Leipzig dafĂŒr aufsuchten machte uns groĂe Hoffnung. Sie untersuchte ihn mit einem Pendel und gab uns speziell fĂŒr Fleck bestimmte Tropfen mit.
Was wir bei den Behandlungen, egal welche, immer wieder zu hören bekamen war: Bei 1/3 hilft es, bei 1/3 verschlimmert es sich nicht und bei 1/3 wirkt es nicht.
Leider gehörte Fleck immer zu der letzten Gruppe!
Fleck bekam seine AnfĂ€lle wurden immer öfter und sie gingen in SerienanfĂ€lle ĂŒber. Was mich besonders geĂ€rgert hat war nicht der Umstand, dass die Homöopathie nicht funktionierte. Die Ărztin schickte uns immer wieder mit neuen Mitteln nach Hause anstatt in die Tierklinik.
Im April 2015 erreichten wir sie nicht mehr telefonisch und haben das "Experiment" abgebrochen, wahrscheinlich viel zu spÀt.
Behandlung mit Luminal und DiBro-Be (Kaliumbromid)
Wir lieĂen ihn in der UniversitĂ€tsklinik fĂŒr Kleintiere in Leipzig untersuchen. Dort wurde der erstmals der Pheno-Spiegel bestimmt und das Luminal erhöht.
Am 30.5.2015 kurz nach Mitternacht hatte er leider wieder mehrere AnfĂ€lle. Innerhalb einer Stunde krampfte er sieben Mal!! Was fĂŒr ein Horror! Am Abend noch einmal ein Anfall.
Um ihn auf DiBro einzustellen wurde er fĂŒr zwei Tage stationĂ€r in Leipzig aufgenommen. Er bekam dort als Anfangsdosis 2x 4550 mg tĂ€glich - das muss ein richtiger Hammer gewesen sein.
Zu Hause brauchten wir ihm nur noch 2x 1275mg geben (1,5 Tabletten). Die Nebenwirkungen waren viel zu groĂ. Er rannte ĂŒber all dagegen und hatte keine Kontrolle der HinterlĂ€ufe mehr. Auch eine Reduzierung auf 2x tĂ€glich 1,25 Tabletten (850mg) Ă€nderte daran nichts. Die sommerlichen Temperaturen trugen ihr ĂŒbriges dazu bei. In der Woche Urlaub, die wir uns im Juli 2015 gönnten, war Fleck nur FrĂŒh oder Abends ansprechbar. TagsĂŒber etwas zu unternehmen war nicht möglich. Kleinste Anstrengungen waren zu viel. Wir wollten in Kulmbach auf die Plassenburg. Obwohl wir erst am spĂ€ten Nachmittag bis an den FuĂ von der Burg gefahren sind, hat Fleck die 750 m nicht geschafft. Am nĂ€chsten Tag wollten wir wenigstens an einen See fahren. Fleck lag bewegungslos im Auto und wollte nicht aussteigen.