Leider hielt der Erfolg nach der Akupunktur nicht lange an. Die AnfĂ€lle wurden wieder mehr und es waren immer mehr Cluster. Der schlimmste war im Dezember 2015 eine Serie mit 15 AnfĂ€llen innerhalb von zwei Tagen.

Bei den Ersten waren wir nicht zu Hause, bis zum nĂ€chsten Morgen waren es insgesamt 10. Nach jeden Anfall fragt man sich, war es jetzt der letzte oder mĂŒssen wir wieder in die Tierklinik? FrĂŒh bin ich mit Fleck dann doch gefahren. Auf der Straße vor der Klink der nĂ€chste Anfall, in der Klink nochmal vier! Den Phenobarbital - Spiegel haben wir inzwischen von 20 auf 30 erhöht. Um den Spiegel zu halten mussten wir immer mehr Tabletten geben. Diazepam als Notfallmedizin half nix mehr, egal wie viel Tuben wir ihm gegeben haben.

Etwas Hoffnung hatten wir wieder im April 2016.

Nach RĂŒcksprache mit den TierĂ€rzten haben wir den Phenobarbital - Spiegel auf 35 erhöht, das waren inzwischen 2x 5,5 Tabletten je 100mg. Um die Serien zu unterbrechen bekam er jetzt als Notfallmedizin Levetiracetam 3x 6 Tabletten je 750mg. Diese konnten wir nach zwei anfallsfreien Tagen ĂŒber eine Woche ausschleichen. Durch das Leve hatte er starke Koordinierungsstörungen, aber es half.
Endlich blieb der Pheno-Spiegel konstant und wir mussten die Dosis nicht mehr erhöhen. Die AbstĂ€nde wurden grĂ¶ĂŸer, mit nur vereinzelten AnfĂ€llen zwischendurch.

Im MÀrz 2017 holte uns die RealitÀt wieder ein.

Wir hatten ein Jahr der Hoffnung diese verflixte Krankheit in den Griff zu bekommen. Am 01.03. kam nach drei Monaten ein Anfall - es war eine lange Zeit und wir dachte uns, mit einem Anfall kann man leben. Am 10.03. hatte er wieder ein Cluster, nach dem 5. Anfall (der sehr heftig war) haben wir ihn abends 20 Uhr in die UNI-Klinik nach Leipzig gefahren. Dort musste er das Wochenende bleiben, teilweise auf Intensivstation. Sie wollten ihn sogar ins kĂŒnstliche Koma legen, dazu kam es Gottseidank nicht. Er hatte keine weiteren AnfĂ€lle mehr. Die Infusionen die er bekam haben gereicht.
Als wir ihn wieder abholten hat er 5 kg weniger gewogen und auch zu Hause sehr schlecht gefuttert. So etwas kannten wir ĂŒberhaupt nicht. Durch diese Anfallsserie hatte er sich insgesamt stark verĂ€ndert. Seine fröhliche Art war weg, die Runden mit ihm wurden immer kleiner. Ihm ging es zusehends schlechter, sicherlich auch durch seine Spondylose und Arthrose.
Fleck bekam am 11.04. 2017 wieder sehr heftige AnfÀlle. Diese waren, trotz einer sehr hohen Dosis von Pheno und Leve sehr heftig. Er erholte sich nicht mehr zwischen den AnfÀlle.
Was sollten wir tun - nach Leipzig fahren, dort hĂ€tten sie ihn ins kĂŒnstliche Koma gelegt ... was ist danach? Die Tabletten kann man nicht weiter erhöhen ...
Die AnfĂ€lle wurden immer heftiger, die AbstĂ€nde kĂŒrzer, seine Lebensfreude war weg ...
Wir sind in die Tierklinik nach Dresden gefahren, wo glĂŒcklicher weise Frau Dr. Buder Dienst hatte. Zu ihr hatten wir viel Vertrauen.
Gemeinsam haben wir mit sehr scheren Herzen diese endgĂŒltige Entscheidung getroffen.

Fleck ist ruhig in unseren Armen eingeschlafen.

Es waren vier sehr anstrengende Jahre mit ihm, wir möchten aber nicht einen Tag davon missen. Er hatte so viel Lebensmut und hat uns so viel Freude bereitet.